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Baveno
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Baveno Lumière d'hiver Baveno Vue de l'Isola dei Pescatori Baveno Vue aérienne Baveno Église de S.S. Gervasio et Protasio Baveno Villa Branca
 

Baveno und seine villen

Dieser Ort hat einen Namen, der von allen, die in das Schöne verliebt sind - erst einmal gesehen, nicht mehr vergessen wird. Wenn Stresa das grüne Paradies der Liebe ist, ist Baveno die verzauberte und allerstillste Insel der Sehnsucht. So beschrieb schon Nino Bazzetta De Vemenia in seinem Guida del Lago Maggiore 1931 diesen Ort.

Mit solchem Nachdruck wurde von diesem ruhigen Städtchen römischen Ursprungs geschrieben, das hinter Stresa liegt und ein berühmtes Reiseziel und Ferienzentrum ist, bekannt auch für sein Wasser mit geringem Mineralgehalt und für seine Granitbrüche. Ab Mitte des 19. Jh. verweilten zahlreiche, berühmte Persönlichkeiten in diesem hinreißenden Ort und wohnten in den prächtigen Villen, die man in der Umgebung sichten kann. Villa Henfrey-Branca. Zwischen 1870 und 1872 vom englischen Ingenieur Charles Henfrey erbaut, ist es eines der originellsten Bauwerke am Lago Maggiore. Auch wenn es den angelsächsischen Schlössern ähnelt, gehört es keinem klassischen Baustil an. Die roten Backsteine, die Marmorterrassen, die imposanten Fialen, die Türme, die Gesimse, die Balustraden und der erhabenen englischen Gärten sind ein wahres Wunder und mit ihren märchenhaften Zügen ist die Villa eine Attraktion für Spaziergänger. Im Park erhebt sich ein hübsches, protestantisches Kirchlein und ein kleines Schloss, zwischen 1882 und 1883 dem Schloss von Vogogna nachgebaut, das sehr wahrscheinlich vor der Sicht des neuen Hotels, dem Lido Palace, schützen sollte.  Berühmte Persönlichkeiten, die sich hier aufhielten, waren u. a. die Königin Victoria von England und ihre Tochter Beatrice , die im Jahr 1879 hier waren.

Noch heutzutage besuchen die Mitglieder der europäischen Königshäuser die Familie Branca, der die Villa seit dem Tode des Ingenieurs Henfrey gehört.

Die Villa Barberis wurde Anfang des 20. Jh. gebaut und fällt für ihr strahlendweißes, exotisches Äußeres auf. Alberto Barberis, ein Kosmopolit und Reisender, der lange Zeit im Osten lebte, ließ die Villa erbauen, die ihn an den geliebten Orient erinnern sollte. Daher kommen der sorgfältige Plan mit einem Minarett und der tropische Garten, der die Villa umgibt. Abbildungen, wie z. B. ein Hochrelief der Kuppel von San Gaudenzio von Novara und des Glockenturms von Sant'Andrea von Vercelli, befinden sich auf dem Giebel. Barberis malte höchstpersönlich Stilleben und Landschaften an die Wände der bogengängigen Attika.

Bei der Villa Fedora handelt es sich um einen einfachen, aber eleganten Bau, der aus dem XIX Jh. stammt. In ihm befinden sich heute die Handelskammer der Provinz Verbano-Cusio-Ossola. Die von einem vornehmen, bis zum See reichenden Park umgebene Villa hat ihren Namen nach der berühmten Oper des Komponisten Umberto Giordano erhalten, der hier 20 Jahre verbracht hat, von 1904 bis 1924.

Villa Durazzo, Lido Palace Hotel - ein imposantes, herrschaftliches Gebäude, das in der zweiten Hälfte des 19. Jh. vom Marchese Durazzo aus Genoua genau gegenüber dem Golf von Borromeo errichtet wurde. Anschließend wurde es vom Bürgermeister Gerolamo Rossi in ein Belle Epoque-Luxushotel umgewandelt und beherbergte berühmte Persönlichkeiten, wie z. B. Sir Winston Churchill, der sich hier 1908, während seiner Hochzeitsreise aufhielt und auch später öfter hierher zurückkehrte.

Das Bauwerk Villa Brandolini D'Adda entstand im 16. Jh. auf den Resten eines alten Klosters und weist viele interessante architektonische Elemente auf. Es besitzt einen wirklich einzigartigen Park, der in vier Abschnitte unterteilt ist: einen italienischen, einen englischen, einen französischen und einen japanischen Garten.

Nennenswert sind außerdem folgende Villen: Villa Carosi, vom berühmten Jugendstilarchitekten Giuseppe Sommaruga, Villa Claudia, wo sich der bekannte Lustspieldichter Luigi Illica aufhielt, und Villa Collegno-Galtrucco, Treffpunkt der Protagonisten der politischen Geschichte des Piemonts in der zweiten Hälfte des 19. Jh.

Kirche der Hll. Gervasio und Protasio

Schon auf den ersten Blick erscheint dieser ansehnliche Gebäudekomplex, der sich um den geräumigen, mit Kopfsteinen gepflasterten Kirchplatz gliedert, von großem Interesse.

Die romanische Kirche, die am 13. Mai 1343 eingeweiht wurde aber schon im 10. und 11. Jh. als Pfarrei beurkundet war, beherrscht die Szene. Trotz häufiger Umbauten, vor allem im 17. und 18. Jh., wahrt sie noch ihre ursprüngliche Fassade. Ein Teil der linken Seitenwand, das Presbyterium und der imposante, sechsstöckige Glockenturm, der höchstwahrscheinlich ein Jahrhundert älter ist als das restliche Gebäude, haben sich ebenfalls erhalten. An den Seiten des Tors stehen zwei römische Inschriften, die die antike Romanisierung dieser Gegend bezeugen. Die linke Inschrift stammt aus der Mitte des I Jh. n. Chr. und lautet folgendermaßen: Trophimus Daphidianus, Diener von Tiberius Claudius Caesar Augustus. (Dieses Denkmal ist heilig in Ewigem Gedenken.)

Im Inneren der einschiffigen Kirche mit Seitenkapellen befinden sich interessante Kunstwerke, u. a. ein hölzernes Kreuz und Gemälde von Defendente Ferrari aus dem  16. Jh. An den Seiten des Presbyteriums sind Fresken aus dem 13. -14. Jh. (eine Kreuzigung) und aus dem 15. Jh. (S. Ambrogio und S. Antonio Abate) zu sehen.

Daneben befindet sich die Taufkapelle, ein kleines, aber hübsches Gebäude ungewissen Ursprungs, dessen Mauern vielleicht aus frühchristlicher Zeit (vielleicht dem 5. Jh. ?) stammen und mit Renaissancefresken bemalt sind. Drei Stufen führen in die Taufkapelle hinab, dessen Fußboden tiefer als der Kirchplatz liegt.

Der äußere Grundriss ist viereckig, während der innere Grundriss achteckig ist, weil diese Form eine bestimmte, symbolische Bedeutung hat: die Taufe ist am achten Tag festgesetzt, Tag der Auferstehung des neuen Adams und bekennt die Vollendung der Schaffung am achten Tag. Der leicht ausgemalte Kreuzweg vervielfacht, dank seiner eleganten Rundbögen und den prächtigen Granitsäulen, den Reiz dieses Ortes noch zusätzlich.

Eine Besichtigung zur Abendstunde ist empfehlenswert, wenn die Wärme der schwachen Beleuchtung, die sich im Bogengang spiegelt, eine ganz besondere Atmosphäre erzeugt. Der Gebäudekomplex endet am Pfarrhaus, das sich auf der rechten Seite der Kirche erhebt.

 
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