Dieser Gedächtnisstein aus dem 1. Jh. n. Chr., eine einzigartige Hinterlassenschaft vergangener Generationen, wurde aus einem Marmorblock von Candoglia gehauen. Er soll vom Freigelassenen Narcissus, dem Kaiser Gaius Cäsar, genannt Caligula, dessen Herrn und Wohltäter, gewidmet sein. Bis zum 17 Jh. war dieser Stein in einem Altar eines hier vormals existierenden römischer Tempels eingemauert. Von dort kam er in die jetzige Stefanskirche, in der er noch heute in der linken Kapelle unter dem Abendmahl zu bewundern ist.
Im oberen Teil des Altars der Matronen befindet sich eine Kamee mit Lorbeergirlanden. Auf der Vorderseite ist eine Opferszene abgebildet, über der die folgende Inschrift prangt: MATRONIS SACRUM / PRO SALUTE C.CAESARIS / AUGUSTI GERMANICI / NARCISSUS C.CAESARIS, die momentan einzige, bildliche Inschrift aus römischer Zeit, die in der Provinz Verbano-Cusio-Ossola aufgefunden wurde. Auf den anderen Seiten des Steins sind fünf tanzende Frauenfiguren zu Ehren der Matronengöttin dargestellt.
Eine wahre storia d‘amore in der Val Grande: In Nibbio oder auch Valfredda-Tal soll ganz zu Beginn des 20. Jahrhunderts ein Mann und eine Frau gelebt haben mitten in der Einsamkeit der Berge gelebt haben. In dieser Zeit war das Tal noch sehr bewohnt. Der Mann, Michele, kam aus Premosello Chiovenda und war Waldarbeiter. Die Frau, Angela Borghini di Anzola, die als sehr schön beschrieben wurde, gehörte zu den vielen Frauen, die in den Berg gingen, um den Männern Speisen, Getränke und Dinge des täglichen Bedarfs bis zu ihren Arbeitsplätzen zu bringen.
Das Schicksal wollte es, dass diese zwei sich verliebten, heirateten und für immer zusammenbleiben wollten. Also führten sie in den Bergen ein sehr einsames, von der Gesellschaft völlig abgeschnittenes Leben auf einem kleinen Fleckchen Erde, das La Foiera genannt wurde und auf dem sich ihr kleines Häuschen (ul balm) befand, das aus zwei Steinmauern und einem natürlichen Felsvorsprung bestand. Hier führten sie ein hartes, entbehrungsreiches Leben. Die Legende erzählt, dass die beiden sogar Kinder gehabt haben sollen, sie aber vor Kälte, Hunger und Widrigkeiten gestorben sein sollen. Eines Tages starb auch Michele. Angela soll ihren toten Mann der Legende nach alleine ohne fremde Hilfe bis in die Ebene herunter getragen haben, ihn dort bei den ersten Häusern verlassen haben, um alleine in die Einsamkeit der Berge zurückzukehren, wo sie den Rest ihres Lebens alleine verbracht haben soll.
Einer anderen Erzählung nach soll Angela die Bewohner des Dorfes geben haben, ihr zu helfen, ihren Michele in seinem Heimatdorf unter Christen bestatten zu lassen, wo sie bis zum Ende ihres Lebens in der Balma von Michele lebte. Diese Liebesgeschichte beruht auf einer wahren Begebenheit. Über sie soll im Jahr 1932 sogar im Corriere della Sera berichtet worden sein.
Die Hänge des Berges Mont‘ Orfano waren schon früher ein Ort, an dem es hunderte von offenen Steinbrüchen gab, in denen hier vor allem Granit abgebaut wurde. Die Anzahl dieser Höhlen war hier schon immer sehr hoch und variierte stark, da es für ihre Nutzung keinen offiziellen Regelung von der Komune gab. Bereits im Jahr 1823 wurden 29 Steinbrüche gezählt, von denen nur der Steinbruch von Candoglia nicht dazugerechnet wurde. Daher stellten die Steinmetzen als Berufsgruppe den größten Anteil der Megozzeser Bevölkerung dar.
Die Picasas genannten Steinmetze, die - je nach Ausübung ihrer Profession - sich in Bergbauern, Grubenarbeiter und Zuschneider aufteilte, führten hier ein hartes und entbehrungsreiches Leben. Schon als Kinder wurden sie hier an diese harte Arbeit herangeführt, die nicht sehr viel mehr Geld einbrachte, als dass damit das Brot für die Familien zu verdienen war. 220 Tage im Jahr arbeiteten die Picasas in der Regel für sieben oder zehn Stunden pro Tag, je nachdem, ob es Sommer oder Winter war. Ihr Lebensstandard war im Allgemeinen sehr niedrig. Sie lebten in einfachen Steinhäusern, die kalt, feucht und schlecht für die Gesundheit waren. Schwere Krankheiten waren hier oft die Folge. Ihre Lebenserwartung lag selten über durchschnittlich 55 Jahren.