Im gesamten Gebiet des oberen Lago Maggiore lassen sich viele einzelne Traditionen ausmachen. Ein besonderes Erlebnis ist es ganz sicherlich, einige dieser Feste einmal persönlich miterlebt zu haben, da man auf diese Weise die Lebensweisen der Menschen vor Ort viel intensiver kennen lernen kann. Ein lohnender Besuch könnte z. B. folgender sein:
Am 7. Januar wird in Cannobio jedes Jahr die so genannte festa dei luminieri gefeiert. Gefeiert wird an diesem Tag, um des Wunder von 1522 zu gedenken: Eine Prozession bewegt sich zu diesem Anlass durch die Straßen des Ortes sowie auf dem Wasser mit blumengeschmückten und mit Kerzen illuminierten Booten. Tausende rote Teelichter illuminieren an diesem Tag die Stadt - auf den Fensterbänken, Balkonen, entlang der Straßen, und vor allem auf dem Weg, auf dem die Sacra Costa, das Wunder der heiligen Pietà von Cannobio, getragen wird - von der Kirche S. Vittore bis hin zur Wahlfahrtsstätte Santuario della Pietà. Am Abend findet ein traditionelles Abendessen statt, bei dem Pasta und Bohnen gereicht werden, mit Kartoffeln und Grünkohl als Beilage. Dazu isst man eine spezielle Rinder-Salami, die eigens für diesen Anlass hergestellt wird, eben die lunganighe.
Die Stadt Gurro, die sich rühmt, schottische Wurzeln zu haben, feiert diesen Ursprung mit traditionellen Kostümen. Die Frauen zeigen sich zu diesem Fest in einfachen Trachten und bieten verschiedenste Produkte feil, die sie z.T. selbst hergestellt haben. Die Männer zeigen sich zu diesem Anlass sogar im typisch schottischen Kilt, wenig italienisch, aber sehr eindrucksvoll!