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Divedro, Antigorio, Formazza
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Vue sur l'Alpe Devero Alpe Devero Vue alpine Alpe Devero Lac Codelago Trekking dans l'Alpe Devero Architecture traditionnelle Walser Excursions en Val Formazza Cascade du Toce Valle Formazza Village de Premia
 

Valli Divedro, Antigorio und Formazza

Mit Valle Antigorio wird das recht schmale und gewundene Tal des Flusses Toce bezeichnet, das sich zwischen den Orten Crevoladossola und Fracchie herausgebildet hat. Das Divedro-, Antigorio- und Formazzatal fängt bei der Ortschaft Crevaldossola an, von wo der Wildbach Diveria in die Ebene des Flusses Toce fließt. Diese Ebene - ein geschichtliches Schlachtfeld - ist in Norditalien für ihre Marmorvorkommen berühmt. Durch das Divedrotal fährt auch eine Bahn; auch die alte napoleonische Straße, die zum Simplon führt, verläuft hier. Talaufwärts befindet sich eine der schönsten Weiden im Ossola-Tal: die Alpe Veglia im Veglia - und Devero Naturpark, in der man glaubt, auch wegen der Unzugänglichkeit im Winter, in unberührter Natur zu sein. Das Divedrotal ist seinerseits zu erforschen, um dann beim geschichtlichen Ospizio del Sempione, dem Simplon Heim, Station zu machen und auszuruhen.

Dann zählen die Thermen von Crodo, die Bagni di Crodo, zu diesem Gebiet. Wenn man die Gola delle Casse hinter sich lässt - eine beeindruckende Schlucht - erreicht man auf ca. 1.220 Metern Höhe die so genannte Conca di Formazza. Auf dem Gletscher von Sidel auf 3.000 Metern Höhe kann auch im Sommer Ski gefahren werden, auf den zugefrorenen Seen Schlittschuh. Besonders der Wasserfall Cascata del Toce ist hier ein richtiges Naturspektakel. Wegen der Stärke des Wasservorkommens lohnt ein Besuch jedoch nur in den Sommermonaten. Die Straße führt weiterhin steil bergauf und endet am Passo di San Giacomo, an der Grenze zur Schweiz, auf 2313 Metern Höhe. Der Riale Formazza, ein bekannter Langlaufring, wurde in den letzten Jahren von mehreren europäischen Nationalmannschaften zur athletischen Vorbereitung genutzt.

Die Einwohner des Antigorio- und Formazza -Tals stammen von dem Bergvolk der Walser ab, die diese Region mit ihrer ursprünglichen Lebensweise und Traditionen geprägt haben. Das wird an der Sprache, an der Architektur sowie an den traditionellen Gerichten erkennbar, die hier ganz eigene Züge ausgebildet hat. Obwohl das Antigorio -und Formazzatal ein einziges Tal bilden, haben sie dennoch zwei unterschiedlche kulturelle Ursprünge: den der Rätoromanen und den der Walser. Da die Straße des Antigorio ursprünglich zwischen Wallis und Tessin verlief, war das Antigoriotal ein wichtiger Verbindungsort zwischen diesen beiden Gebieten. Hier befindet sich Crodo, ein u.a. für sein gutes Wasser bekannter Ort, aus dem auch das alkoholfreie Getränk Crodino stammt. Das Antigoriotal ist ein geologisch vielfältiges Gebiet. Das zeigt auch die Sammlung des Museums der Erdwissenschaft. Die Pfarrkirche San Gaudenzio in Baceno ist ihrerseits sehenswert.

Von der Ortschaft Foppiano aus erstreckt sich das Formazzatal, das Tal der Walser und Ziel des Wintertourismus, da hier der Langlaufring Riale Formazza geschaffen wurde. In den letzten Jahren wurde er von mehreren europäischen Nationalmannschaften zur athletischen Vorbereitung gewählt. Das Formazzatal, grob, wild und Schnittpunkt verschiedener Kulturen, hat eine Balance gefunden zwischen Mensch und Natur. Hier ist auch der schönste Wasserfall vom Toce, welcher Ziel einer Etappe des Giro d’Italia 2003 war und bei dem Pantani seinen letzten Anstieg schaffte, zu entdecken.

Baceno, Valle Antigorio Kirche San Gaudenzio

Die unter Denkmalschutz stehende Pfarrkirche San Gaudenzio überragt von einer Bergspitze aus majestätisch die Schlucht von Silogno im Bauernort Baceno. Die Bedeutung des Ortes liegt in seiner strategisch günstigen Lage. Hier treffen drei Täler aufeinander. Das Antigorio- und das Formazza-Tal kommen von rechts und stoßen mit dem von links kommenden Devero-Tal zusammen. Während des 13. Jh. wurde der Ort Baceno immer wichtiger, so dass viele Bauten, darunter auch die Kirche, erweitert wurden. Diese wird bereits in einem Dokument aus dem Jahr 1039 erwähnt – damals war sie noch eine einfache Kapelle, die im 12. Jh. in das neue Mittelschiff integriert wurde.

Die Kirche ist im romanischen Stil erbaut und bekam zwischen Ende des 14. Jh. und der ersten Hälfte des 16. Jh. ihre Seitenkapellen. Der Glockenturm stammt aus dem Jahr 1523. Über dem Hauptportal ist eine prachtvolle Rosette aus dem Jahr 1505 eingelassen. Dann gibt es viele Fresken, darunter ein Ecce Homo aus dem Jahr 1509 und weitere Malereien im Chor - etwa eine Kreuzigung und der Drache der Apokalypse im Gewölbe mit der Datierung aus dem Jahr 1542. Auch die Holzstatuen an der Rückwand der Apsis sind eindrucksvoll.

Unter den Kunstwerken der Kirche befindet sich ferner ein riesiger Heiliger Christophorus aus dem Jahr 1542, ein Werk von Antonio Zanetti, mit Beinamen Il Bugnante. Auf dem Hauptaltar sind neben dem Kreuz zwei Ritter zu sehen, die traditionell mit Gaspare und Baldassarre Rodis-Baceno identifiziert werden, den Geldgebern für den Bau des Glockenturms. Dieser ist einer der mächtigsten im Ossola-Tal, größer ist nur noch der von Montecrestese.

Varzo, Valle Divedro

Als Hauptzentrum des Val Divedro an der Simplonstraße erhebt sich Varzo auf der rechten Talseite an einer breiten Stelle des Tales. Der sehr alte Name des Ortes leitet sich vom keltischen vargo ab, was soviel wie Erweiterung, also allargamento bedeutet. Unweit von Varzo mündet dann das grüne Val Cairasca, das für seinen wunderbaren Naturpark Alpe Veglia bekannt ist, ebenso wie für sein Skigebiet San Domenico Alpe Ciamporino. Varzo war schon viele Jahrhunderte vor der christlichen Zeitrechnung bewohnt. Verschiedene Volksstämme lösten sich hier ab: zunächst die Ligurer, Kelten und Leponzi, von denen sich im Übrigen der Name Alpi Lepontine ableitet.

Durch seine Lage an der Simplonstraße ist Varzo seit jeher eine wichtige Zwischenstation und Raststätte für die zahlreichen Wanderer und Händler gewesen, die den Simplonpass überquerten. Mit seinen vielen Ortsteilen gehört Varzo zu den flächenmäßig größten Gemeinden der Ossola. Der historische Ortskern ist vom Stil des Mittelalters geprägt. Charakteristisch sind ein steinerner Wachtturm aus dem 14. Jh. und eine Pfarrkirche mit romanischer Fassade und einem Campanile aus der Zeit ab dem 11. Jh. Im Inneren der Kirche sind Fresken, Glasmalereien, kostbare Holzarbeiten und mehrere Krypten zu entdecken, die früher als Begräbnisstätten genutzt wurden.

 
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