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Valle d'Ossola
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Colloro Migiandone Montecrestese Vallée d'Ossola Pieve Vergonte Trontano
 

Die Valle d’Ossola

Die Ossola-Täler sind ein antikes Land mit unzählbaren historischen Zeugnissen. Als Grenzland liegen sie zwischen den Lepontiner Alpen und machen den nördlichsten Teil der Region Piemont aus. Die Täler werden auf der einen Seite durch die Schweizer Kantone Wallis und Tessin, auf der anderen Seite durch den Lago Maggiore sowie das Valsesia-Tal gerahmt. Der Fluss Toce fließt durch sie hindurch und seine nördlichen Ausläufer bilden die Valle Antigorio und die Valle Formazza. Anzasca, Bognanco, Divedro, Devero und Vigezzo lauten die Namen der Seitentäler der Valle d‘Ossola. Das Tal ist durch die Sempione-Eisenbahnlinie mit dem angrenzenden Valle del Rodano sowie in der Schweiz mit dem Genfer See verbunden. Sie führt durch einen fast 20 Kilometer langen Tunnel. Parallel verläuft hier eine Bundesstraße, die zum Sempione-Pass auf 2005 Metern Höhe hinauf geht. Wintersportler finden in diesem Tal ideale Bedingungen vor: Macugnaga, Domobianca, San Domenico Ciamporino sowie die Täler von Vigezzo, Formazza und der Alpe Devero können mit guten Wintersportanlagen und landschaftlich schön gelegenen Pisten aufwarten. Unter den Gemeinden des Tales ist Pallanzeno zu erwähnen, eine Ortschaft, die häufiger in den Sportberichten zitiert wird, da dort der Skiweltmeister Max Blardone geboren wurde.

Der Turm von Piedimulera und Cimamulera

Zwischen dem Lauf des Toce und dem Bergbach Anza, am Eingang in die Valle Anzasca, war Piedimulera im 17. Jh. ein wichtiger Verkehrsknotenpunkt für den Handel mit Getreide, Wein und anderen Waren. Hier verlief auch der große Transitweg, der die Talsohle mit Macugnaga und dem Wallis verband. Die wichtigste militärische Anlage ist die Torre Ferrerio aus dem Jahr 1594.

Die Steinbrüche von Ossola

Der große Schatz der Ossola-Täler ist natürlich der Stein: Granit, Marmor, Beola, ein Gneis, Serizzo, eine Granitart, kommen hier vor. Steine in jeder Form und Farbe bestimmen die Landschaft der Ossola-Täler. Die Baukunst des Ortes basiert nahezu vollständig auf der Verwendung dieser Baustoffe. Dies gilt für Wohnhäuser wie für Straßen, für Denkmäler, selbst für Gartenbeete. Das Gebirge bietet eine beträchtliche Vielfalt an Mineralienarten, von denen einige jedoch sehr selten vorkommen. Ein Beweis für den natürlichen Reichtum der Ossola-Täler sind ihre zahlreichen Steinbrüche, die die morphologischen Profile der verschiedenen Abhänge sichtbar werden lassen und überhängende Felswände von spektakulärer Schönheit modellieren. Die in den Steinbrüchen praktizierten Bewirtschaftungsmethoden gehören heute zu den höchstentwickelten Methoden in diesem Bereich und seit einigen Jahren laufen Maßnahmen zur Renaturierung.

Die Burg von Vogogna

Die Burg wurde im Jahr 1348 im Auftrag von Giovanni Visconti, dem Bischof von Novara und Erzbischof und Herrn von Mailand, zum Schutz des kleinen Ortes Vogogna und seines Tales errichtet. Zur besseren Verteidigung wurde ein zusätzlicher Mauerring angelegt, der den ganzen Ortskern umschließt. Heute ist von diesen Mauern fast nichts mehr zu sehen, während die Burg mit ihren Türmen und Zinnen immer noch genauso majestätisch aufragt wie schon im Mittelalter und das ganze Dorf von ihrem Berghang aus gleichsam beherrscht.

Mascherone Celtico

Im kleinen Dorf Dresio kann man, eingemauert in einen Brunnen aus dem Jahr 1753, ein Kunstwerk bewundern, das gewissermaßen symbolhaft für den alten Ort Vogogna steht: den so genannten Mascherone – ein mysteriöses, in Stein gehauenes Gesicht, das offenbar in einer keltischen Tradition steht. Das Original aus der späten Eisenzeit, etwa aus der Zeit 450-15 v. Chr., ist eines der wichtigsten keltischen Werke im Piemont und wird inzwischen in der Gemeindeverwaltung von Vogogna aufbewahrt.

Die Kirche San Bartolomeo in Villadossola

Die Kirche San Bartolomeo ist romanischen Ursprungs und entstand zwischen dem 10. und dem 12. Jh. Sie steht am Eingang der Valle Antrona, außerhalb des Ortes Villadossola am linken Ufer des Ovesca.

Die Wasserkraftwerke von Ossola - eine architektonische Besonderheit

Der futuristische Architekt Antonio Sant’Elia hat die Wasserkraftwerke einmal als die wahren und eigentlichen „Kathedralen“ bezeichnet. Das tat er wohl im Hinblick auf ihre majestätische Größe und ihre ausgefallene Architektur. Die Wasserkraftwerke werden meistens an ihre natürliche Umgebung, in der sie errichtet werden sollen, angepasst. Mit der Errichtung der Bauwerke im Val d’Ossola und Formazza wurde vor allem der Architekt Piero Portaluppi beauftragt, der die Bauarbeiten zwischen 1921 und 1929 durchgeführt und fertig gestellt hat. Die großen Kathedralen der Energie kann man in Verampio, Crego, Valdo, Sottofrua, Crevoladossola und Caderese besichtigen; sie zeigen einen sehr abwechslungsreichen Stil, der von neoklassizistischen und barocken Einflüssen geprägt ist, durch die die Bauwerke eine gewisse Ähnlichkeit mit befestigten Kastellen erhalten. Architektonisch schlichter ausgefallen sind das Haus für den Generalinspektor in Baceno, das auf das Jahr 1920 zurückgeht, und die herrschaftlichen Häuser für den Direktor, die in der Bauweise der Walser ausgeführt sind mit ihren Holzbalkonen und Sockelgeschossen aus Stein. Hingewiesen werden muss auch auf die Anlagen in Piedimulera, die der Mailänder Architekt Gaetano Moretti im Jahre 1906 errichtet hat. Auch das Kraftwerk von Pallanzeno von 1926 und das 1910 nach Entwürfen von Ugo Monneret de Villard in Mauerwerk aus Steinen aus der Umgebung gebaute Kraftwerk in Varzo sind sehr sehenswert.

 
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