Das ca. 15.000 Einwohner zählende Städtchen in der Provinz Novara, das an den Ausläufern des Vergante auf einer Höhe von ca. 212 m über dem Meeresspiegel liegt, kann als Tor zum Lago Maggiore bezeichnet werden. Von den umliegenden Hängen fällt Arona sanft zum Wasser hin ab. Seine von alten Bäumen gesäumte Uferpromenade und seine mittelalterliche und barocke Architektur charakterisieren die Stadt. Im Zentrum der Stadt ist u. a. die Kollegiatskirche Santa Maria - ein Renaissancebau - sehenswert, in dem ein Polypyichon des bekannten Künstlers Gaudenzio Ferrari steht. Auch die Kirchen Santi Martiri und Madonna di Piazza lohnen einen Besuch.
Auf dem Corso, der Fußgängerpassage und zentralen Einkaufsstraße im althistorischen Zentrum ist eigentlich immer etwas los. Auch Villen mit schönen Gärten, wie die Villa Ponti, in der vor allem Kunstausstellungen gezeigt werden oder die Villa Cantoni - eine der elegantesten und prächtigsten Ville des Verbanos - oder aber auch die Villa Zuccòli mit einem terrassierten Park locken hier zahlreiche Besucher an. Besonders eindrucksvoll: die zum Wasser hin offene Piazza del Popolo, das mittelalterliche Handelszentrum, das direkt an der Seepromenade liegt. Dieser malerische Platz liegt an der Stelle, an der sich ein altertümlicher Handelshafen befand, der später aufgeschüttet wurde, um einem größeren Hafen Platz zu machen. Es handelt sich um das Herz Aronas, eines mittelalterlichen Handelszentrums, in dessen Bogengängen jeden Dienstag ein Markt stattfand. Heute werden auf diesem eindrucksvollen Platz Kunstausstellungen veranstaltet.
Auf der linken Seite erhebt sich der so genannte Palazzo del Monte di Pietà, ein dreistöckiges Bauwerk aus dem 15. Jh. mit Bogengang und Granitsäulen mit drei sehr schlichten und zwei mittelalterlichen Kapitellen. Als nächstes kommt der Palazzo di Giustizia (Ende des 14. Jh.), das antike, gotische Wohnhaus des Stadtvogts mit einem Bogengang und mit Backsteinmedaillons, auf denen Büsten von Familienmitgliedern der Viscontis abgebildet sind, die vom Anfang des 19. Jh. bis zur Belehnung von Vitaliano Borromeo im Jahre 1439 in Arona herrschten. Hier im Herzen der Stadt stehen auch die so genannte Casa del Podestà mit schönem Spitzbogensäulengang sowie das Museo Civico Archeologico, in dem es interessante archäologische Funde zu bewundern gibt. Arona ist zudem idealer Ausgangspunkt für Schiffsausflüge über den gesamten Lago Maggiore. Die Ausdehnung des Handelssektors gesellte sich zum Erfolg der Aktivitäten im Bereich der Industrie und der Hotellerie, die mit einem blühenden Fremdenverkehr verbunden sind.
Die Ursprünge der Stadt reichen bis in die Antike zurück. Eine benediktinische Abtei herrschte über den Ort, bis dieser im 12. Jahrhundert Teil der Herrschaftsgebiete der Torriani und von 1277 an der Visconti wurde. Das Lehen von Arona ging 1439 an die Herrscherfamilie Borromeo, die es bis ins 18. Jh. behielt. 1744 wurde Arona von Carlo Emanuele III. von Savoyen der Stadtstatus verliehen. Vor allem wegen ihrer geographisch günstigen Lage wurde die Stadt Arona bald zu einem wichtigen Handelszentrum zwischen der Metropole Mailand und dem schweizerischen Kanton Tessin.
In Arona und an den Ufern des Sees haben viele Völker, darunter Kelten, Römer und Langobarden, ihre Spuren in der Sprache, in der Toponomastik und in archäologischen Funden hinterlassen. Zahlreiche Fundstücke aus der Ortschaft Lagoni zeugen vom Vorhandensein einer Pfahlbauerkultur; bedeutende Funde wurden auch auf dem Festungsfelsen über der Stadt gemacht. Eine Klosterhandschrift aus dem 11. Jh. bezeugt die Gründung der Abtei, die den Märtyrern Graziano und Felino geweiht war und um das Jahr 979 fertiggestellt wurde. In eben dieser Festung oberhalb von Arona, im Castello della Rocca, wurde am 2. Oktober 1538 der Heilige Carlo Borromeo geboren. Die betreffenden sicheren Quellen gehen allerdings nur auf die 1838 erlassene Postverordnung zurück.
Nach den Jahren der napoleonischen Herrschaft kehrte Arona wieder unter die Herrschaft der Savoyer zurück, bis zur Proklamation der Einheit Italiens. Der Bau der Eisenbahnlinie Novara-Arona im Jahr 1855 potenzierte die Verbindungen mit dem übrigen Italien und mit Europa, die bereits durch die Schifffahrt auf dem Lago Maggiore bestanden und gefördert wurden.