Eine belebte, von Gebäuden und Geschäften gesäumte Straße entlang erreicht man einen einzigartigen, idyllischen Ort; zu der bezaubernden Villa führt eine von Zypressen flankierte Allee, während ringsherum grüne Wiesen und Lattenzäune den Hintergrund der echten Protagonisten, der Vollblutpferde, bilden. Von hier kamen Pferde, die im internationalen Pferdesport ihre Spuren hinterlassen haben und die das Emblem des Gestüts trugen: ein Andreaskreuz, das man auf der Außenwand der Villa sehen kann. Alles begann 1898, als Federico Tesio sein Gestüt in diesem Ferienort gründen wollte. Der Mago di Dormello (Zauberer von Dormello), so wurde er genannt, war höchstwahrscheinlich der Erste im Bereich der Pferdezucht, der den Genprinzipien von Mendel folgend, Rassenselektionsversuche durchführte. Heute kann man in den grünen Wiesen, die die Villa umgeben, einige Stuten und Fohlen sehen, die noch an die vergangene, glorreiche Zeit des Gestüts erinnern.
Der Wildbach Rese entspringt in einem Tal der Gemeinde Comignago, das von einem unterirdischen, eiszeitlichen Fluss durchquert wird; an einigen Stellen taucht Wasser aus dem Boden auf und so entsteht der Bach, der in den Lago Maggiore mündet. Den Wasserlauf entlang bauten die früheren Bewohner der Gegend Dämme und die rogge molinare, die die Wasserräder der Mühlen mit Wasser versorgten. Vier Mühlen bezeugen noch heute diese altertümliche Landwirtschaft: die Mühle des Croso, die Mühle des Vaglio, der Molinetto und die Alte Mühle, die auch Molinazzo genannt wird.
Mit Ausnahme des Mühlsteins bestanden die Mühlen ganz aus Holz, von den Kanälchen, die das Wasser beförderten, bis hin zu den Rädern, die den Mechanismus in Bewegung setzten. Jede Mühle besaß drei Räder: eines um Hirse und später auch Mais zu mahlen, eines um Roggen und Weizen zu mahlen und das dritte, um einen Kolbenmechanismus zu betreiben, mit dem die Schale des Vollreises beseitigt wurde. Auch die Tatsache, dass diese Mühlen, die schon immer die billigsten und einfachsten Mittel der Mehlerzeugung waren, zahlreiche Streitigkeiten und Kriege ausgelöst haben, ist hierbei erwähnenswert.
Bis vor einigen Jahrzehnten war der Ticino bei Castelletto und bei den naheliegenden Dörfern mit Fischteichen übersät. Hier wurden Fische gefangen, die diesem großen Abfluss des Lago Maggiores folgten. Diese Fischfang-Methode hatte altertümliche Ursprünge, denn schon in einem Dokument aus dem Jahre 1014 - eine kaiserliche Konzession an den Bischof von Novara - ist von diesen Anlagen im Flussbett des Ticino die Rede. Heutzutage ist leider nur noch einer dieser Fischteiche zu sehen, der jedoch nicht ganz erhalten geblieben ist; die Peschiera von Vernome. Ihre beiden Dämme viman sind V-förmig, damit mehr Wasser und folglich mehr Fisch hineinfließen kann, und bestehen aus geflochtenem, biegsamem, widerstandsfähigem Holz, z. B. Kastanien-, Nuss- und Weidenholz. Das Flechtwerk wird mit einigen Pfählen (pasun) aus Robinienstämmen am Flussbett befestigt. Die von der Strömung des Flusses getriebenen Fische gerieten leicht in diese Fallen, aus denen sie dann auf verschiedene Weise herausgefischt wurden.
Der Wildbach Vevera entspringt den Hügeln des Vergante und sein gewundener Lauf wird auch heute noch von drei künstlichen Wasserfällen belebt, die aus Stein und Zement gebaut wurden, um die Geschwindigkeit des Wassers zu steigern, das die Mühle der Valle betrieb. Diese Mühle, die seit den 70er Jahren still liegt und heute sehr verwahrlost ist, bezeugt die Landwirtschaft, die dieses fruchtbare Gebiet jahrelang gekennzeichnet hat. Man kann heute noch das Rad sehen, das den Mühlstein für die Herstellung von Mehl und Nebenerzeugnissen in Gang brachte, und die Kanäle, die das Wasser vom Wildbach herführten und die an einigen Stellen sogar über hohe Backsteinpfeiler geleitet werden. Neben der Mühle sind die Überreste eines altertümlichen Backofens zu erkennen, in dem das Brot für die ganze Umgebung gebacken wurde.
Der Name Borgoagnello bezeichnet eine antike Ansiedlung, die bis vor wenigen Jahren als von den Römern gegründet und später von den Langobarden wiedererrichtet, angesehen wurde. Diese Thesen gründen sich darauf, dass in der Umgebung wichtige archäologische Funde entdeckt wurden, wie z. B. eine Grabstätte aus dem 3. Jh.n. Chr. einige römische Gefäße und ein Fels mit Gravierungen.
Auf Grund der heute noch sichtbaren Bauwerke und vor allem dank wichtiger historischer Dokumente wurde festgestellt, dass die Ortschaft 1237 vom Stadtvogt Zucono de Agnello gegründet wurde, als die Novareser Land besiedelten, um neue Dörfer zu gründen und somit anderen Signorien das Land streitig zu machen. Zur gleichen Zeit entstand auch das nahe gelegene Borgo San Leonardo, das heutige Borgomanero.
In Borgoagnello fanden Kämpfe und Schlachten statt, was einige Ortsnamen der Umgebung nachweisen. 1358 wurden die Festungen durch Galeazzo II Visconti während des Krieges mit dem Marchese von Monferrato zerstört, und wahrscheinlich auch der Wohnort, der jedoch nicht völlig verlassen wurde.
Infolge neuerer Bauarbeiten, und der Umwandlung der Gegend in ein Industriegebiet, hat sich das altertümliche Dorf drastisch verändert. Der ursprünglich viereckige Grundriss – von einem Graben und einem Erdwall umgeben – und mit zwei Stadttoren versehen, ist heute nur noch mit Hilfe von Katasterkarten erkennbar. Der Graben ist noch an wenigen Stellen sichtbar, während die zwei Tore gut erhalten ca. 200 m voneinander entfernt sind.