
| Santa Caterina del Sasso |
Das Kloster Santa Caterina del Sasso gehört unbestritten zu den schönsten und beliebtesten Sehenswürdigkeiten der lombardischen Seeseite. Es steht zwischen Arolo und Reno auf einem Felsvorsprung über dem Lago Maggiore und ist sowohl per Schiff als auch mit dem Auto erreichbar. Lässt sich vom Wasser aus der Konvent selbst am besten betrachten, so ergibt sich beim Hinuntersteigen der vielen Stufen vom oberhalb des Klosters gelegenen Parkplatz ein
wunderbarer Blick auf den See.
Laut Legende befand sich an der Stelle des heutigen Konvents ab Ende des 12. Jh. zunächst eine Einsiedelei, die von dem einst reichen Händler Alberto Besozzi infolge eines Gelübdes bewohnt wurde. Als gesichert gilt dagegen, dass sich die Dominikaner zu Beginn des 13. Jh. hier niederließen und ein kleines Kloster nebst Oratorium errichteten. Mit
der Zeit folgten weitere Ordensgemeinschaften, ebenso wurden bauliche sowie künstlerische Veränderungen und Erweiterungen vorgenommen. Nachdem die Eigentumsrechte an dem Kloster im 19. Jh. an die umliegenden Pfarrkirchen aufgeteilt wurden, öffnete die Anlage ab 1920 nur noch gelegentlich ihre Pforten. Nach Jahren der Vernachlässigung ging der Konvent schließlich in den Besitz der Provinz Varese über. Sie ließ ihn restaurieren und schenkte dem östlichen Ufer des Lago Maggiore auf diese Weise ein wahres Schmuckstück.
Die Besichtigung der aus drei Gebäudekomplexen bestehenden Stätte beginnt mit dem Convento meridionale. Von den einstigen Klosterräumen ist besonders der Kapitelsaal mit seinen
sehr schönen Fresken aus dem 14. und 15. Jh. sehenswert. Einen kleinen Hof durchquerend, betritt man als nächstes den Conventino, das kleine Kloster, dessen gotischer Säulengang die Reste eines Totentanzfreskos aus dem 17. Jh. beherbergt. Zuletzt schließt sich die eigentliche Chiesa di Santa Caterina mit ihrem romanischen Kirchturm und einer neapolitanischen Orgel aus dem 18. Jh. an. Die Kirche stammt aus dem Jahre 1587 und setzt sich aus mehreren
Kapellen zusammen, die bereits zwischen dem 13. und 14. Jh. gebaut wurden. Neben den Kapellen Santa Caterina und Santa Maria Nova ist vor allem die Kapelle San Nicola mit einem Fresko zu erwähnen, das Christus Pantokrator abbildet. In der Kapelle des heiligen Alberto werden dagegen die sterblichen Überreste des Einsiedlers aufbewahrt. Den ältesten Teil der Kirche stellt wohl die dahinter liegende Gedächtniskapelle dar.