Cannobio

Cannobio ist der letzte Ort am Ufer des Lago Maggiore vor der Schweizer Grenze. Heute ist die kleine Stadt ein beliebtes Ziel für Touristen und einer der wichtigsten Urlaubsorte der gesamten Provinz. Ausgrabungen, bei denen Gräber aus wahrscheinlich vorrömischer Zeit gefunden wurden, belegen, dass der Mensch hier schon seit langer Zeit ansässig ist. Wegen seiner Lage war Cannobio schon zu römischer Zeit ein wichtiges strategisches und wirtschaftliches Zentrum.

Im frühen Mittelalter gab es hier einen Königshof, später wurde die Stadt Hauptort eines weiten Gebietes, das den Erzbischöfen von Mailand unterstellt war. Im 12. und 13. Jh. war Cannobio eine freie Kommune und blieb es auch bis in das Jahr 1342, dem Jahr der freiwilligen Unterwerfung der Stadt unter die Visconti. Diese Familie herrschte über den Ort, bis er 1441 in die Lehensherrschaft von Vitaliano Borromeo fiel. Aus dieser Zeit sind auch heute noch viele Spuren zu sehen: z.B. die eleganten Paläste aus der Zeit zwischen dem 17. und dem 19. Jh., die zwischen den Kieselsteinhäusern aufragen.

Der Ortskern lag ursprünglich entlang der heutigen Via Giovanola. Von dort aus gelangte man zum Sitz der politischen und religiösen Macht: Von ersterer zeugt noch der Palazzo della Ragione aus dem späten 13. Jh., der heute kurz Parasio genannt wird. Das Gebäude ist gut restauriert und beherbergte im Erdgeschoss das Gericht und im oberen Stockwerk den Rat.

Die religiöse Macht hingegen konzentrierte sich im 18. Jh. in einer auf die Grundmauern eines älteren Gotteshauses neu erbauten Kirche, San Vittore. Casa Bortolotti, Palazzo Zoppi und Casa Alberti sind nur einige der vielen Beispiele für die Baukunst der damaligen Zeit, die mit vielen verschiedenen Dekorationselementen arbeitete. Die bekanntesten Bauten sind aber der Palazzo Omacini, eine Anlage aus dem 16. Jh., von der aus man auf den See blicken kann. Vier Tage vor seinem Tod im Jahr 1584 soll der Heilige Carlo Borromeo hier übernachtet haben. Dort steht auch der Palazzo Pironi (15.-17. Jh.), dessen Profil dem Bug eines Schiffes ähnelt.

Wenn man die alte, parallel zum Ufer verlaufende Via del Castello entlang spaziert, an der bis in das Jahr 1340 ein Kastell gestanden hat - es wurde von den Schweizern zerstört, vielleicht als Maßnahme gegen die Abgaben, die für den Warenverkehr auf dem See erhoben wurden - kann man fast den Eindruck einer Zeitreise gewinnen, so vielen alten Wohnhäusern begegnet man hier. Mit der Seeuferstraße ist dieser Weg über viele Treppen verbunden. Die Straßen wurden mit Absicht so eng gebaut, um die Verteidigung gegen Angreifer vom See her zu erleichtern.

In Cannobio kommt man ganz sicher um eines nicht herum: den klassischen Spaziergang über die Uferpromenade: Sie gilt als eine der schönsten am ganzen Lago Maggiore!

Man beginnt ganz im Süden, an einer Amore genannten Stelle, an der die Marmorskulptur eines Löwen von Giulio Branca steht. Der Löwe erinnert an die erfolgreiche Verteidigung des Ortes gegen einen Angriff der Österreicher im Jahr 1859 während des zweiten Unabhängigkeitskrieges. Dahinter beginnen die alten Häuser der Fischer. Viele Jahrhunderte lang war die Fischerei die wichtigste Erwerbsquelle der Einwohner von Cannobio. Piazza Vittorio Emanuele III liegt genau vor dem alten Hafen und ist der wichtigste Treffpunkt im Ort.

Etwas weiter kann man an einer beinahe ununterbrochenen Reihe von mehrfarbigen Häusern mit Blick auf den See vorbeiflanieren – sie stammen aus verschiedenen Epochen, vor allem aus dem 18. und 19. Jh. Viele von ihnen haben malerische Säulengänge mit kleinen Läden und Lokalen. So kommt man schließlich zum Lido, einem weiten und gut gepflegten Strand in der Nähe der Mündung des Flusses Cannobino. Hier finden sich im Sommer immer zahlreiche Badefreunde und Sonnenhungrige ein.

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