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Baveno-Feriolo
Feriolo
Die Küstenstraße entlang, von Baveno bis zum kleinen Vorort Feriolo, sieht man die lebhaften, bunten Häuser, die längs des Seeufers stehen und die malerischen, kleinen Boote im See; man bekommt Lust, rechts abzubiegen und das bezaubernde Dörfchen zu besichtigen, das in einer ruhigen Bucht des Golfs von Borromeo liegt.
Feriolo, mit seiner Seepromenade, den Stränden, den ländlichen Wohnhäusern und den charakteristischen Balkonen, ist einen Aufenthalt - oder zumindest eine Besichtigung - wert. Empfehlenswert ist ein Spaziergang zur Abendstunde, wenn die Straßenbeleuchtung der Laternen diese wunderbare Einbuchtung des Verbano-Gebiets in eine ganz besonders romantische Stimmung versetzt. Das, was heutzutage ein wichtiges Reiseziel ist - vor allem für Campingliebhaber - war früher ein kleines Fischer- und Steinmetzendorf. Dies waren die Hauptberufe einer Bevölkerung, die fischreiche Gewässer und wertvolle Granitgebirge zur Verfügung hatte. Der rot- und rosafarbene Granit aus Baveno, der weiß-goldene Granit aus Feriolo und der weiße Granit vom Montorfano sind hier zu nennen.
Feriolo hat altertümliche Ursprünge, was die zahlreichen archäologischen Funde aus prähistorischer Zeit bezeugen. Die Ruinen der antiken Burg auf dem Vorgebirge nahe des Dorfes sind ohne Zweifel ein Beweis der wichtigen Rolle, die der Ort zu römischer Zeit spielte. Er war ein Durchgangsort der Truppen, die die Alpenpässe erreichen wollten.
Sehenswert ist das kleine, aus dem 18. Jh. stammende, Oratorium der Madonna della Scarpa, das 1,5 km vom Dorf entfernt, Richtung Gravellona, liegt. Es scheint sich an den Fels zu lehnen und in ihm befindet sich ein Madonnenbild aus dem 16. Jh.
Die schöne Kirche von San Carlo ist mit Fresken, Statuen und bunten Kirchenfenstern versehen. An der Fassade ist der Hochwasserspiegel von 1868 angezeigt worden, als das Wasser sieben Meter über den normalen Niedrigwasserstand stieg. Das Datum der Überschwemmung von 1993 ist auf der Außenwand der Terrasse zu sehen.
Erwähnenswert sind außerdem die Ruinen eines versunkenen Teils der Ortschaft. Während des Baus eines kleinen Hafens im Jahre 1867 ereignete sich ein schweres Unglück: ein Erdrutsch riss einen Teil Feriolos mit sich und stürzte in den See. In 18 m Tiefe kann man noch heute die Überreste der Wohnhäuser erblicken.
Die Ruinen der Burg von Feriolo
Von der Burg, die auf einer Anhöhe nahe des Ortes Feriolo liegt und die aus dem 12. -13. Jh. stammt, ist leider nichts weiter als ein Teil der Einfriedung und sehr verfallene Ruinen des mittleren Turmes übrig geblieben.
Dank seiner strategischen Lage spielte sie eine wesentliche Rolle in der Überwachung des Sees und der Mündung der Val d'Ossola. Vor allem auch wegen der Küstenstraße des Sempione, die aus der Römerzeit stammt.
Im späten Altertum gehörte sie wahrscheinlich zu den römischen Festungen, die den Alpenlimes bildeten. Zu diesem Zeitpunkt hatten sämtliche Gebiete, die an Talmündungen und an wichtige Verkehrswege grenzten, Verteidigungs- und Überwachungszwecke.
Eine Bestätigung dieser These ist die Tatsache, dass der Turm von Feriolo im Norden mit dem Turm von Mergozzo und im Süden mit dem Turm von Isolino di San Giovanni in Verbindung stand. Auch während der späteren, langobardischen Ordnung der iudiciarie bildeten diese Türme, mit der kleinen Festung von Gravellona, eine wichtige Sperre zwischen den beiden Ufern des westlichen Golfes des Verbanos.
Ursprünglich besaß der Festungskomplex von Feriolo zwei Ringmauern: die erste, zur Zeit des Turmes erbaute Mauer, bestand aus behauenem Granit und lief den Felsen, im höheren Teil der Anhöhe, entlang; die zweite Mauer wurde später von weniger geschickten Arbeitern mit verschiedenem Baumaterial errichtet (Kiesel und unbehauene Steine). Sie erstreckte sich die Südseite entlang und fügte sich im Norden in die ältere Ringmauer ein, wobei sogar einige Schießscharten verbaut wurden.
Der teilweise erhalten gebliebene, 9 Meter hohe Turm erhebt sich auf einem viereckigen Grundriss und wurde mit gleichmäßigen Quadern aus hiesigem weiß- und rosafarbigem Granit gebaut. Er hatte drei Etagen und ein Kellergeschoss mit Tonnengewölbe, das vielleicht ein Trinkwasserbehälter oder ein Lagerraum für Nahrungsmittel gewesen war. Im Inneren des Turmes erkennt man noch in der dicken Mauer den Hohlraum des Kamins und einen Teil des Rauchfangs.
Der Eingang befand sich damals nicht an der heutigen Stelle, an der Ostseite, sondern an der Westseite, in ca. vier Meter Höhe, wo sich das Tor mit trapezförmigen Quadern befindet; der Eintritt war höchstwahrscheinlich nur mit einer Holzleiter möglich.

