Der mittlere Lago Maggiore

Fotos

Gignese

Auf 700 Meter Meereshöhe in wunderbarer Lage am Hang gelegen, der vom Mottarone zum Lago Maggiore hin abfällt, befindet sich der Ort Gignese seit jeher eine Sommerfrische: Das milde Klima und der Panoramablick auf den Lago Maggiore haben diesen Ort von Anfang an als Bauplatz für Villen prädestiniert. Er genügt höchsten Ansprüchen und glänzt noch heute durch die Schönheit und den besonderen Stil seiner Bauten.

Im Ortsteil Alpino ist ein botanischer Alpengarten mit Tausenden von Baumarten zu besichtigen, der von April bis Oktober von 9.30 bis 18.00 geöffnet hat. In Vezzo gibt es außerdem seit einigen Jahren einen überaus beliebten Golfplatz mit 9 Löchern -  und in Nocco wartet ein Kloster aus dem 18. Jh. auf seine Besucher.

Die Kupellen von Magognino und Umgebung

Vom Dörfchen Magognino, einem altertümlichen Saumpfad Richtung Calogna, erreicht man nach einem etwa 40-minütigen Spaziergang zwei Kapellen, die auf zwei Felsvorsprüngen errichtet worden sind.

Auf dem ersten Felsen kann man nur eine kleine Kupelle sehen, also eine frühzeitliche Ritzzeichnung im Felsen, aber auf dem zweiten Felsen, dort, wo die Kapelle von San Grato steht, befinden sich noch über 250 solcher Kupellen mit einem Durchmesser von 3 bis 5 cm und einer durchschnittlichen Tiefe von ca. 2 cm.

Wegen seiner den See überragenden Lage und der erstaunlichen Anzahl dieser außerordentlichen Funde wird vermutet, dass es sich hierbei um eine vorchristliche Kultstätte gehandelt haben könnte.

Weitere interessante, überwiegend kupellenförmige Petroglyphen sind auch an verschiedenen Stellen in der Umgebung zu finden: den Saumpfad weiter entlang in der Nähe des Kirchleins von San Paolo, oder den Weg entlang, der von Stropino die Motta Rossa hinaufführt und in der Nähe ihres Gipfels, ein Sasspraz genannter Fels, gibt es solche Kupellen noch zu sehen.

Was sind eigentlich Kupellen?

Es gibt viele verschiedene Deutungen der Kupellengravierung. Eine sakrale Theorie behauptet, dass in diese Gravierungen das Blut der Opfer - von Tier oder Mensch - gegossen wurde. Auch Weihrauch, Salben oder Wachs könnten hineingegeben worden sein, um in dunklen Nächten die Zeremonien zu beleuchten.

Nach einer anderen Vermutung waren die Kupellenfelsen ein nützliches Mittel zur Zeichengebung und zur Verbindung mit Menschen auf anderen Anhöhen. Wieder eine andere Theorie hält sie für ein religiöses Sinnbild, mit dem Kult der Toten verbunden, erklären sie als eine Art pieta, um Wasser und Nahrungsmittel für die Verstorbenen zu sammeln.

Darüber hinaus gibt es noch viele weitere Deutungen, um was es sich bei den Kupellen handeln könnte: Darstellung von Konstellationen, Eigentumsbeweise, Sinnbilder, topographische Darstellungen, Bilder des weiblichen Geschlechts, grobe Taufbecken u.s.w.

Rocce Sacre von Brovello Carpugnino

Bei den Rocce Sacre handelt es sich ebenfalls um etwa hundert Kupellen, die auf einem Felsenaufschluss in der Nähe der Ortschaft Graglia zu besichtigen sind. Die Tatsache, dass in der Gegend viele Felsen emporragen aber nur auf einem Petroglyphen zu finden sind, bedeutet wahrscheinlich, dass nur dieser Felsen für die antiken Bewohner von Graglia heilig war.

Ähnliche Überlegungen betreffen die ca. fünfzehn Kupellen, die sich auf der höchsten von sechs Felsengruppen befinden, denen man vom Ort Graglia, Richtung Stropino, nach der Ortschaft La Torbiera begegnet.

Auch an Sehenswürdigkeiten ist dieses Gebiet nicht gerade arm: Das Dorf beherbergt beispielsweise ein einzigartiges Sonnen- und Regenschirmuseum, das Museo dell'ombrello.