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Cannero Riviera
Cannero Riviera, eine Stadt mit ca. 1.200 Einwohnern, wurde auf einem sogenannten Schwemmlandkegel des Flüßchens Rio di Cannero erbaut. Diese Schwemmlandkegel waren seinerzeit die einzigen flachen Stellen an dem sonst eher felsigen Ufer, an dem Städte errichtet werden konnten. Auf Grund ihres besonders milden Klimas hat die Stadt den Beinamen Riviera erhalten, wo in den geschützen Gärten eine besondere Vegetation gedeiht. Zitronen, Orangen, Oliven, Bougainvilleen und sogar Bananen gedeihen in dieser Region.
Lange Zeit war die Stadt Streitobjekt der konkurrierenden Familien Sforza und Visconti. Zum Teil dieser Geschichte gehören auch die drei vorgelagerten Inselchen - die Castelli di Cannero bzw. die Castelli di Malpaga. Die Ruinen auf den Inselchen sind heute ein Anziehungspunkt für Touristen. Sie stammen aus der Zeit zwischen dem 12. und dem 14. Jh., als die ghibellinische Familie der Mazzarditi die gesamte Region mit ihren Raubzügen bedrohte und Piraterie zur Tagesordnung gehörte. Bekannt geworden ist Cannero Riviera vor allem auch durch die englische Königin Viktoria und durch Winston Churchill, die sich hier aufgehalten haben.
Da die Durchgangstraße außerhalb des Städtchens verläuft, hat sich die schattige Uferpromenade sehr gut erhalten. Die Altstadt ist durch enge Gäßchen, Laubengänge, Restaurant und viele kleine Geschäfte geprägt. Der schöne Badestrand von Cannero Riviera zieht besonders im Sommer immer zahlreiche Urlauber an. Auch die jährlich im März stattfindende Blumenschau zieht immer wieder Besucherscharen aus aller Welt an.
In der Nähe:Burg von Cannero
Die Ruinen der Burg sind auf zwei Felseninseln kurz vor dem Ufer zu sehen, die auf beinah unwirklich erscheinende Art und Weise aus dem Wasser ragen. Die Rocca Vitaliana wurde zwischen 1519 und 1521 von Ludovico Borromeo errichtet, der mit der Namensgebung seinen berühmten Vorfahren ehren wollte.Vorher stand an dieser Stelle die Malpaga-Festung, die seit dem 15. Jh. von der mächtigen und grausamen Familie Mazzarditi als Zuflucht genutzt wurde.Fünf Brüder bemächtigten sich in den Jahren 1403 und 1404 des Ortes Cannobio und tyrannisierten von dort aus die Bevölkerung der Küste.Erst die Familie der Visconti konnte diesem Spuk ein Ende setzen: Sie belagerten die Festung und zwangen die ausgehungerten Übeltäter zur Auf- und damit Übergabe der Burg. Die Burg wurde jedoch vollständig zerstört, so dass heute nichts mehr von ihr zu sehen ist.
Die Rocca Vitaliana wurde als Verteidigungsanlage des oberen Lago Maggiore gegen die Schweizer angelegt, nachdem das Herzogtum Mailand den Kanton Tessin abtreten musste. Der wichtigste Teil liegt auf der östlichen Insel dicht am Wasser und hat massige Mauern, die den unregelmäßigen Klippen folgen und - da und dort - noch von Türmen mit Resten von Zinnen überragt werden. Auf der Insel im Western dagegen sind noch eine große Turmruine und einige Mauerstücke zu sehen, die mehr und mehr zerfallen. Die beiden Inseln können aus Sicherheitsgründen nicht besichtigt werden, üben aber auch vom Ufer oder auch vom See aus immer noch eine große Faszination auf die Besucher aus.
Torchio dei Terrieri
Der so genannte Torchio dei Terrieri ist ein wichtiges kulturhistorisches Zeugnis des hiesigen Wirtschaftslebens. Wenn man in Oggiogno der Beschilderung folgt, erreicht man die Kelterei mit der 1742 gebauten Presse in kurzer Zeit. Sie besteht aus einem 9,20 m langen, eckigen Balken aus Kastanienholz, der mehrere Tonnen wiegt. Eine riesige, von Hand bewegte Holzschraube drückt den Balken nach unten, so dass die darunter auf einer Steinplatte liegenden Trauben gepresst werden. Über ein System von Leitungen fließt der Most in einen Behälter. Die Presse ist seit den frühen 60-er Jahren nicht mehr in Betrieb, wurde aber von Heimatfreunden im Jahr 1963 restauriert und erstrahlt nun wieder in altem Glanz.
Eine besondere Attraktion sind die kleinen Bergdörfchen über Cannero Riviera. In Viaggiona ebenso wie in Cheglio und Trarego auf 800 Metern Höhe kann man sich dem Zauber einer vergangenen Zeit kaum entziehen.

