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Wandern und Trekking
Trekking-Touren durch die Ossola-Täler
Trekking nur als Sport zu bezeichnen, wäre einfach falsch. Trekking ist viel mehr als nur ein Sport, Trekking ist Leidenschaft, Lebensstil ... In den Ossola-Tälern kann Trekking vom einfachsten bis zum anspruchsvollsten Niveau unternommen werden, dank der vielen hierfür geeigneten Routen und Wegstrecken. In dieser Region werden Trekking-Routen von Bergführern angeboten, die die Gegend gut kennen und das Niveau der Trekker gut einschätzen können.
Besonders im Parco Nazionale Val Grande, dem Herz der Val Grande, zwischen der Alpe Pra‘ mit 1250 m, der Alpe Leciuri mit 1311 m und Pogallo mit 777 m können ausgedehnte Trekking-Touren unternommen werden. Die Tour dauert etwa 4,5 Stunden, startet in Cigogna, überwindet einen Höhenunterschied von 757 m und firmiert unter dem Schwierigkeitsgrad E. Bei dieser Trekking-Tour lernt man die Val Grande von verschiedenen Seiten kennen, beispielsweise erfährt man viel von ihrer Geschichte, Flora und Fauna, aber auch von ihren archäologischen Funden.
Ein weiteres Ausflugsziel für Trekker ist der Monte Faie mit seinen 152 m Höhe. Diese Tour startet in Alpe Ompio auf 990 m Höhe, überwindet einen Höhenunterschied von 362 m, dauert etwa 1 Stunde und 15 Minuten und wird in den Schwierigkeitsgrad T-E eingestuft. Unterwegs eröffnen sich hier schöne Ausblicke: auf der einen Seite die Seen und die Valle Ossola, auf der anderen Seite die großen Wälder der Val Grande in ihrer ganzen Stille.
Ein drittes, vor allem kulturell interessantes Ausflugsziel sind die Walser-Wege, die über Antillone mit 1249 m Hßhe, Case Francoli mit 1555 m und Salecchio Superiore mit 1509 m führen. Sie enden am Passo Premia mit 787 m. Diese Trekking-Route beginnt in Formazza-Fondovalle auf 1220 m, überwindet einen Höhenunterschied von 335 m und wird in den Schwierigkeitsgrad T eingestuft. Sie dauert etwa sechs Stunden. Bei dieser Tour handelt es sich um eine einfache Ring-Tour, die über die alten Straßen führt, über die die Walser ihre Waren von einem Dorf zum anderen transportiert haben und deren hartes, oft entbehrungsreiches Leben hier an einigen Stellen sehr gut nachvollzogen werden kann.
Lago di Agaro
Am Eingang in den großen Naturpark Alpe Devero, sozusagen am höchsten Punkt des Valle Antigorio, bildet der Lago di Agaro ein interessantes Ausflugsziel. Man erreicht den See von Baceno aus, wo man auf keinen Fall versäumen sollte, einen Abstecher zur alten Pfarrkirche San Gaudenzio zu unternehmen. Man steigt weiter bis zum Goglio auf und kommt dann auf einen neuen Fahrweg. Nach einigen Kilometern gelangt man an eine Weggabelung. Die Straße steigt nun über eine Strecke von rund 4 km an, wobei sich asphaltierte und nicht asphaltierte Abschnitte abwechseln, und führt zum Eingang eines langen und vollkommen finsteren Diensttunnels der Enel, der von dem Staudamm des Lago di Agaro ausgeht.
Der Tunnel kann zu Fuß oder mit dem Fahrrad durchquert werden, aber auf keinen Fall ohne starke Taschenlampen und geeignete Kleidung. Ein Ausflug für Abenteuerlustige, aber zugleich auch eine Exkursion in die Geschichte: der 1938 erbaute Staudamm von Agaro ließ das Walserdorf Agaro in den Fluten versinken, neben den übrigens auch aufgegebenen Flecken Salecchio und Ausone eines der ältesten und bedeutsamsten Dörfer dieser Art. Der See liegt mitten im Grünen und bietet so ein Panorama, vor dem sich sehr gut entspannen lässt. Aus den kristallklaren Wassern des Sees tauchen bei Niedrigwasser die Dachfirste der Häuser und die Spitze des Campanile der alten Kirche des versunkenen Dorfes auf.
Bergseen über dem großen Wasserfall
Bereits die Anfahrt ist höchst eindrucksvoll. Etwa 1.300 Höhenmeter sind von Domodossola zum Toce-Wasserfall zu überwinden. Immer enger wird dabei das Tal und immer steiler die Bergflanken, an denen sich die Straße emporzieht. Einst verlief hier eine Handelsstraße, die Mailand mit Bern verband. Der Wasserfall wurde von De Saussure und Richard Wagner als einer der schönsten der Alpen gerühmt. Über gewaltige Gneisplatten stürzt das Wasser in drei Absätzen über eine 143 m hohe Felswand. Vom Wasserfall aus führen bequeme Wege zu Seen, die bereits über der Baumgrenze liegen und mit ihrer umgebenden Mattenregion an das Fjell in Norwegen erinnern. Über den Griespass und den Pass von San Giacomo führen Trekkingrouten in die Schweiz. Wer noch höher hinaus will, kann sich auf den Sentiero Basodino, eine hochalpine Rundtour, begeben.
Wandern und Baden im Val Antrona
Spätestens seit der Römerzeit zogen Menschen aus dem Wallis über den 2.838 m hohen Antronapass ins Piemont und umgekehrt. Heute erfolgt der Warenaustausch über den Sim-plonpass und -tunnel, so dass der hochalpine Übergang eine verkehrsferne, beliebte Trekkingroute über das Gebirge geworden ist. Aber das Antronatal ist auch ein Geheimtipp für Wanderer, die nicht so hoch hinaus wollen. Über dem besiedelten Tal mit seinen reichen Kunstschätzen liegen mehrere Bergseen, von denen der untere noch im Waldgürtel liegt und Badetemperaturen erreicht. Eine Wanderung um diesen und den benachbarten höheren See führt an vielen Blumen, auffallend grünfarbigen Steinen und kleinen Alpen vorbei Schätze am Wegesrand, die nur ein Wanderer heben kann. Einem noch weiteren Vordringen ins Hochgebirge sind keine Grenzen gesetzt.


