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Lesa
Zwischen Meina und Belgirate liegt der reizende Ferienort Lesa, der u. a. für seine typischen Bogengänge, die sein Ufer säumen, bekannt ist. Er befindet sich in einer der geschützten Buchten des Lago Maggiore und kann als typischer, eleganter Ferienort mit üppigen Gärten und schönen Sommerpalais beschrieben werden.
Im Vorort Solcio, der altertümliche Ursprünge hat, zwischen dem See und einem Hügel gegenüber einer kleinen Bucht, sind zahlreiche Villen zu sehen: z. B. die Villa Cavallini. Auch die neoklassizistische Villa Stampa und die Villa Correnti, die der Staatsmann Cesare Correnti Ende des 19. Jh. im neoklassizistischen Baustil errichten ließ, seien hier erwähnt. Ebenso das Castello Florio - ein Schlösschen, das Anfang des 19. Jh. von dem Ingenieur Viotti als Nachahmung der mittelalterlichen Schlösser von Lesa gebaut wurde. Auch die Villa Savio-Sozzani-Tavella, ein burgähnliches Bauwerk des Architekten Pietro Bottinis, in dem sich heute ein exklusives Restaurant befindet, kann hier besucht werden.
Einer der berühmtesten Bewohner von Lesa war auf jeden Fall der italienische Autor Alessandro Manzoni. Mit seinem Roman I promessi sposi (Die Verlobten) ist der Schriftsteller im 19. Jh. zu Weltruhm gelangt. Er wohnte hier in der so genannten Villa Stampa. Über zwanzig Jahre lang, ab 1839, verbrachte er die Sommermonate in dieser schönen Villa aus der zweiten Hälfte des 18. Jh., die vormals der zweiten Ehefrau, Teresa Borri, Witwe des Grafen Decio Stampa, gehört hat. Zu seinem Gedenken wurde hier auch das Museo Manzoniano eingerichtet, in dem Leben und Werk des Literaten anhand vieler einzelner Dokumente nachvollzogen werden kann.
Wer das Städtchen auf der Straße nach Massino Visconti verlässt, kommt an der Pieve di San Giorgio vorbei, einer Pfarrkirche mit einem Turm aus romanischer Zeit. Etwas weiter erreicht man auf demselben Weg auch noch das kleine Kirchlein San Sebastiano, ebenfalls ein romanisches Bauwerk aus der Zeit des 11. Jh.
Villa Cavallini
Dieses imposante Bauwerk, das man von der SS 33 des Sempiones aus erblicken kann, ist das Ergebnis der Vereinigung von drei Gebäuden, die der Besitzer Gaspare Cavallini - ein italienischer Anwalt und Senator - 1870 vom Architekten Annibale Rigotti aus Turin ausführen ließ; es handelte sich um das aus dem 18. Jh. stammende Haus der Minettis auf der Linken, ein langes, ländliches Gebäude auf der Rechten und um einem Verbindungsbau zwischen den beiden vorherbestehenden Bauwerken.
Ein großer, teils italienischer und teils englischer Park umgibt die Villa. In diesem befinden sich nachgeahmte Ruinen einer Burg der Visconti, die die Liebe der Cavallinis zur Kunst und zum Altertum nachweist. Am Turm fällt das Wappen der Familie auf, auf dem ein auf den Hinterbeinen stehendes Pferd und der Wappenspruch impavide e constanter (immer furchtlos) abgebildet ist. Zu erwähnen ist der Hintergarten, in dem sich einige Grabsteine mit Inschriften in Erinnerung an die Windhunde, die der Senator züchtete, befinden. Nach seinem Tode erbte die Gemeinde von Lesa die Villa, aus der eine landwirtschaftliche Hochschule mit Gewächshäusern geworden ist.
Villa Stampa
Über zwanzig Jahre lang, ab 1839, verbrachte Alessandro Manzoni die Sommermonate in dieser schönen Villa aus der zweiten Hälfte des 18. Jh., die seiner zweiten Ehefrau, Teresa Borri, Witwe des Grafen Decio Stampa, gehörte. Damals war das piemontesische Ufer des Lago Maggiore eine anmutige Zufluchtsstätte für Antiösterreicher und Kunstliebhaber, die sich hier treffen und ihre Meinungen öffentlich aussprechen konnten. Der Graf Gustavo Benso di Cavour, die Dichter Berchet und Giulio Carcano, der Maler Hayez, der in dieser Villa das berühmte Gemälde von Manzoni malte, der brüderliche Freund Antonio Rosmini, der Federalist Niccolò Tommaseo, die Staatsmänner Ruggero Bonghi und Massimo d’Azeglio sind nur einige der Persönlichkeiten, die sich hier öfter trafen, um sich über Literatur und Philosophie, Kunst und Politik zu unterhalten. Auch wenn Manzoni sich eher an Mailand und an den Comersee gebunden fühlte, fühlte er sich diesen entzückenden Orten sehr nahe und erklärte: „... ich verliebe mich jeden Tag mehr in diesen See, diese Berge, diese Ruhe ...“
Heute befinden sich in diesem Gebäude eine Bank und ein Manzoni-Museum mit Papieren und Möbeln, die dem Schriftsteller gehörten. Nennenswert sind außerdem:
Die Kirche von San Sebastiano
Es handelt sich um eine der wenigen romanischen Kirchen, die ihre ursprüngliche Struktur beibehalten hat. Sie wurde, vermutlich zwischen 1100 und 1125, auf einer kleinen Anhöhe mit Aussicht auf die älteste Überquerstelle des Flusses Erno erbaut. Um die Kirche herum sind Reste römischer Grabstätten gefunden worden, von denen heute nichts mehr zu sehen ist. Das einschiffige Bauwerk ist sehr schlicht und besitzt eine Apsis mit drei Lisenen und Fensterchen mit Ausschmiegungen und kleinen Bögen. Über der Apsis befindet sich ein kreuzförmiges Fenster, das zu einem sinnbildlichen Fresko gehört; es handelt sich um eine originelle Darstellung der Auferstehung Christi': die Öffnung symbolisiert den Körper des Herrn mit gemalten Armen, darüber sind Sonne und Mond abgebildet und unten sind zwei Lämmer zu sehen, die das Volk Gottes versinnbildlichen, und blühende Zweige, die das Paradies veranschaulichen sollen.
Das Mauerwerk ist auffallend, weil es auf verschiedene Weisen aufgebaut worden ist: der untere Teil besteht aus unterschiedlich großen Kieseln, die teilweise im Fischgrätenmuster angebracht worden sind; der obere Teil ist mit großen, behauenen Quadern gebaut worden, aber es gibt keine Beweise dafür, dass der Bau zu verschiedenen Zeiten errichtet worden ist.

